Castlecamp 2014 – Rückblick auf eine gelungene Veranstaltung

Burg Kaprun - Castlecamp 2014

Zum ersten Mal ging es für mich dieses Jahr nach Kaprun zum bereits siebten CastleCamp im Jahr 2014. Vor der Anmeldung hab ich mehrfach darüber gelesen und mir Bilder der letzten Jahre angesehen, Blogbeiträge durchgelesen und vieles mehr. Was genau auf der Burg Kaprun vorgeht, war mir doch etwas unklar. Darum hab ich mich entschieden einmal selbst dorthin zu fahren und möchte mit diesem kurzen Rückblick meine persönlichen Eindrücke mit Euch teilen.

CastleCamp – ein „Barcamp“ für Touristiker #cczk14

CastleCamp LogoDie Anreise nach Kaprun ist unkomliziert und bereits am Freitag Abend wurde das Hotel Active by Leitner’s bezogen. Bereits im Hotel, das Partner der Veranstaltung war, wurde der offizielle Hashtag #cczk14 überall plakativ beworben. Nach einer erholsamen Nacht gings morgens zum Frühstück, wo das Hotel eine große Tafel für alle Barcamper reserviert hat. Danach gings zur Burg, wo sich alle der fast 120 Teilnehmer bereits eingefunden hatten.

Die Vorstellungsrunde

Nach einer kurzen Einleitung des Veranstalters Rainer Edlinger wurde das Mikrofon dem ersten Teilnehmer in die Hand gedrückt mit der Aufgabe sich kurz vorzustellen. Die Vorgabe dabei – um Geschwafel bzw. Werbung oder Sonstiges zu verhindern – Name + 3 Tags, die dich am Besten beschreiben.

„Markus Mairinger“ – „Einzelkämpfer mit Netzwerk“; „Online Marketing“; „SEO“

Die Sessionplanung

Nach der Vorstellung folgte die Sessionplanung, denn bei einem Barcamp gibt es kein fixes Programm, hier kann jeder ein Thema einbringen, eine Session vorschlagen oder eine Diskussion in Gang bringen. Wenn ein Thema vorgeschlagen wird, wird darüber abgestimmt und danach Zeit und Raum für die Session eingeteilt. So einfach kann es gehen.

Die Sessions – Tag 1 (Samstag)

Da man nicht an zwei Orten gleichzeitig sein kann, hab ich mich jeweils für eine Session entschieden, hier eine kurze Zusammenfassung dieser. Die Reihenfolge ist weder Wertung noch eine korrekte Wiedergabe des zeitlichen Ablaufs – einfach das was „hängen geblieben“ ist.

 

„Stiegl lässt zum Brausilvester die Community brauen“

Jochen Hencke arbeitet im Bereich Social Media bei „Stiegl kreativ“ und hat in einer vorbereiteten Session die Aktion kurz vorgestellt. Wichtigste Erkenntnisse waren dabei, dass man den Teilnehmern eine Auswahl gegeben hat, was die Zutaten für das Bier betroffen hat. Das kontrollierte die Zusammensetzung des Bieres und verhinderte etwaige Blödsinnigkeiten wie ein „Döner- oder Fleischbier“. Der Gewinner-Name für das Bier „Dunkelziffer“ wurde schließlich aber frei von der Community gewählt. Für die Vermarktung der Aktion wurde auf die bereits existierende Facebook-Fangemeinde zugegriffen, bzw. wurde ein Tumblr-Blog eingerichtet und die Facebook Posts mit einem kleinen Werbebudget unterstützt.

 

„Blogger Relations“

Günter Exel & die ReisebloggerInnen luden zu einer Session in der es darum ging, wie die Zusammenarbeit der Reiseblogger mit den Destinationen und touristischen Betrieben so abläuft, welche Probleme es gibt und wie man hier am Besten vorgehen kann. Die Kernaussage dabei war auch, dass nicht die Reichweite die Entscheidungsgrundlage bei der Auswahl eines Bloggers sein sollte, sondern die Sprache, das Thema bzw. auch das gegenseitige Zugeständnis. Die Chemie muss passen, dann erzielt man mit einer gezielten Aktion sicherlich das beste Ergebnis. Wichtig aber auch: „Wunder“ darf man sich natürlich auch nicht erwarten.

Die Diskussion war überaus interessant, weil es sowohl die Sicht der Reiseblogger, als auch die der DMOs & Hoteliers gezeigt hat und wie schnell es zu Missverständnissen kommen kann, wenn man „nicht die selbe Sprache spricht“. Für mich persönlich ein erneuter Anstoss eine gemeinsame Aktion mit ein paar Bloggern auszzuprobieren.

 

„Fotosession“

Achim Meurer, der HDR Fotograf lud zum fotografischen Miteinander in den Burghof. Hier ging es nicht um Belichtungszeiten oder ISO-Werte sondern um den richtigen Blickwinkel bei einem Foto. Die erste Aufgabe: „Zahlen & Buchstaben“ – der Fokus der Aufgabe: Wenn etwas wichtig ist, dann geh‘ nah genug ran! Alles rundherum spielt ja keine Rolle.

  „Kampagnen-Checks & Optimierungen leicht gemacht – Mehr Effizienz im AdWords-Alltag“

 

David Schlee, Geschäftsführer & AdWords Spezialist bei ConverSearch hat seinen Vortrag von den PPC-Masters mitgebracht. In der Session wurde anhand eines Referenzkundens gezeigt, wie man vorgeht, wenn man ein AdWords Konto durchleuchten möchte. Neben den verschiedenen Segmenten, die wichtige Infos zur Performance des Accounts aber auch Anzeigengruppen und Keywords liefern, stellte er auch vor, wie man bei ConverSearch mit Filtern & Labels arbeitet. Jeder der bereits mit Google AdWords arbeitet, hat sicherlich schon etwas Erfahrung damit, doch war es auch für mich interessant „andere Strategien“ einmal vorgestellt zu bekommen. Alles in allem eine Session für erfahrene AdWords-Anwender und nicht für Anfänger.  

 

Diskussion: „Warum sind viele Vermieter nur über Booking.com buchbar?“

Michaela Breifuss, Beraterin bei der feratel media tech ag, stellte diese Frage in den Raum B. Konkret ging es darum, warum viele Betriebe nicht über ihre private Webseite buchbar sind und damit den Buchungsportalen das Leben (zu) leicht machen. Eine sehr emotionale Diskussion, bei der sowohl Hoteliers, Vermieter, Buchungsportalbetreiber als auch Berater aus der Touristik ihre Sicht der Dinge einbrachten. Eine Lösung gab es am Ende des Tages keine, aber dafür ein paar wichtige Erkenntnisse:

    • Booking.com hat einen guten Ruf viele Anfragen zu bringen. Sie haben darüberhinaus ein ausgeklügeltes Service & Account-Management, das wirklich mehrfach pro Jahr persönlich bei einem Betrieb vorbeikommt, um diesen zu akquirieren. Andere Buchungsportale können das nicht.
    • Durch den Einsatz eines Channel Management Tools hat der Vermieter die einfache Möglichkeit eine Buchung über seine Webseite anzubieten und gleichzeitig sich aber auch an verschiedene Buchungsportale anzudocken, ohne mehrere Profile, Verfügbarkeiten oder Preisinfos warten zu müssen.
    • Es ist Zeit, dass man in den DMOs aufwacht und sich wieder mehr um die Kernkompetenzen bemüht – die Betriebe in der Region. Dafür ist es sicherlich notwendig nicht nur Marketing nach Außen, sondern auch auch nach Innen zu betreiben.

 

 

Nach einer Bier & Whiskey Verkostung in der Burg ging es zum gemeinsamen Abendessen ins „Dorfstadl“ wo man sich frei austauschen und sich besser kennenlernen konnte. Für musikalische Unterhaltung sorgen die „Russian Ice Divers“ – eine Kombo, die sich jährlich einmal zum CastleCamp trifft und ohne große Proben einen musikalischen Austausch über die Grenzen Österreichs hinaus zum Besten geben.  

Die Sessions – Tag 2 (Sonntag)

Bereits um 09:00 Uhr gings am Sonntag weiter. Erneut mit der Planung der Sessions. Hier die Auswahl der Sessions, die ich am Sonntag besucht habe:  

„Twitter – vom Storytelling bis zu den Analytics“

Günter Exel, Mr. Twitter Österreich & Echtzeit-Reiseblogger,stellte in seiner Session seine Werkzeuge vor. twitter, vine & storyfy  – mehr braucht man in Wahrheit nicht um Geschichten im Netz abzubilden. Auch das überaus interessante „Twitter-Analytics“ wurde kurz gezeigt, mit dem man Tweets genauestens unter die Lupe nehmen kann. Am Beispiel der Reportage rund um das CastleCamp 2014 wurde gezeigt, wie so eine Story erstellt werden kann. Hier geht’s zur Storyfy-Reportage von Günter  

 

„Website-Relaunch im Tourismus“

Hanna Pfeiler, von der Agentur „Gesagt getan“ brachte die Session zum Thema Relaunch ein und zeigte am Beispiel des Seewirt Mattsee ihre Erfahrungen beim Relaunch. Bei eineer Hotelwebseite kein so großes Thema, sieht es doch bei größeren Portalen etwas anders aus. Hier ist ein Relaunch meist zu kostspielig bzw. dauert zu lange, darum ist je größer das Projekt auch eine Erneuerung in vielen kleinen Schritten eine absolut praktikable Vorgehensweise. Wichtige Erkenntnis aus der Session sind folgende Punkte:

    • Bildsprache und Bilder sollten immer von Anfang an im Relaunchprozess mitgedacht werden. Nur so kann später auch ein möglichst perfektes Ergebnis erzielt werden.
    • Relaunch in kleinen Schritten ist bei größeren Portalen durchaus sinnvoll.

 

„Mobile Fotobearbeitung mit Google+ und Snapseed“

Achim Meurer nahm die Teilnehmer seiner Session in die Welt von Google Plus mit und zeigte kurz, wie man Fotos online bearbeiten kann. Zusätzlich stellte er verschiedene Apps für iOS & Android vor, die unterwegs „bessere Bilder“ ermöglichen.  

 

„Feedback, bitte.“

Reiner Edlinger bat nach den Sessions zu einer allgemeinen Feedbackrunde. Bemüht um das Barcamp weiter zu verbessern war jeder Teilnehmer eingeladen kritisch zu sein oder Verbeserungsvorschläge einzubringen. Nicht so einfach, weil es kaum etwas zu kritisieren gab.  

 

Fazit CastleCamp 2014

Alles in allem war ich total überrascht von dieser Veranstaltung. Im Gegensatz zu großen Konferenzen begegenete man sich am Barcamp sehr offen, unvoreingenommen und war bereit Wissen zu teilen. Oftmals ist es bei den Fachkonferenzen ja so, dass es einen Vortrag „von Oben herab“ gibt, das ist bei einem Barcamp nicht so. Hier setzt man sich gemeinsam an einen Tisch und diskutiert offen miteinander. Zwischen den Sessions, beim Essen oder Abends gibt es viel Raum um miteinander zu diskutieren, sich kennenzulernen und sich zu vernetzen. Keine Gruppenbildungen zwischen alten Freunden, sondern die offene Begegnung und ein Miteinander.


Alles in allem eine Veranstaltung, die ich als Pflichttermin für 2015 im Kalender rot ankreuzen werde und auch unseren touristischen Kunden wärmstens ans Herz legen kann.
CastleCamp 2015 – ich bin wieder dabei!